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Praxisbeispiel
Bauernhöfe bieten Betreuung

In Schleswig-Holstein gibt es – über das gesamte Bundesland verteilt – 14 Bauernhöfe, die Menschen mit Demenz offenstehen. Sie können dort zum Beispiel Tiere beobachten, streicheln und füttern, mit Naturmaterialien basteln oder Obst, Gemüse und Kräuter ernten und weiterverarbeiten. „Jeder, der mal da war, will sofort wieder hin“, sagt Anneke Wilken vom Kompetenzzentrum Demenz Schleswig-Holstein. „Man erlebt da riesige Fortschritte in Bezug auf Aktivierung der Menschen. Manche fangen im Kontakt mit den Tieren wieder an zu sprechen, anderen fallen alte Dinge wieder ein.“

Das Kompetenzzentrum Demenz startete 2015 gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein das Projekt Bauernhöfe als Orte für Menschen mit Demenz. Die Höfe bekamen eine 30-stündige Schulung, legten ein Konzept vor und wurden als niedrigschwelliges Betreuungsangebot anerkannt.

Entscheidend für das Gelingen war das Engagement der Beteiligten, sagt Wilken: „Die Höfe haben sich durch Anfangsschwierigkeiten nicht aus der Bahn bringen lassen. Sie haben Kontakte zu allen in ihrer Nähe geknüpft, die mit dem Thema zu tun haben – regionale Alzheimer-Gesellschaften, Pflegestützpunkte, Ärzte, ambulante Pflegedienste, sogar Supermärkte.“

Für Angehörige bedeutet es eine große Entlastung, wenn sie ihr Familienmitglied in guten Händen wissen – betreut von Fachkräften oder geschulten Ehrenamtlichen. Wie stark sie von dem Angebot Gebrauch machen, hänge von den Rahmenbedingungen ab, erklärt Anneke Wilken: „Die größte Hürde sind mangelnde Fahrdienste, die die Menschen abholen und auf den Hof bringen. Aber wenn sich Angehörige zusammentun und einen Fahrdienst organisieren, dann nehmen sie das Angebot regelmäßig wahr.“ Auch Altenpflegeeinrichtungen nutzen die Bauernhöfe, um mit ihren Bewohnerinnen und Bewohnern einen Ausflug zu machen.

Mit dem Ende der Projektlaufzeit wurde die Beratung der Höfe erfolgreich in die Beratung der Landwirtschaftskammer für Einkommensalternativen integriert. Das Kompetenzzentrum Demenz bietet weiterhin Beratung und Schulungen an. Die beteiligten Höfe treffen sich regelmäßig und werden das Netzwerk künftig auch selbst koordinieren.

Träger
Kompetenzzentrum Demenz Schleswig-Holstein, Hans-Böckler-Ring 23c, 22851 Norderstedt

Kontakt
Anneke Wilken, Telefon: 040 – 609264-25, E-Mail: wilken@demenz-sh.de

Netzwerkpartner

Projektstart 2015

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