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Praxisbeispiel
Begegnungen in Bewegung bringen

Der erste Sonntag im September steht jedes Jahr ganz im Zeichen von Bewegung: Beim Move for Dementia machen Betroffene, Angehörige und Engagierte öffentlich darauf aufmerksam, dass Menschen mit Demenz Teil unserer Gesellschaft sind und bewegen dabei Körper, Bewusstsein und jede Menge soziale Kontakte. Was 2016 erstmalig in Hiddenberg in Nordrhein-Westfalen stattgefunden hat, ist inzwischen zu einem landesweiten Ereignis herangewachsen. 128 Initativen aus 13 deutschen Bundesländern und 10 europäischen Partnerländern begehen zeitgleich einen Tag für mehr Bewusstheit für Mitmenschen mit Demenz. Da wird generationenübergreifend gewandert, getanzt, geradelt und geplaudert. Projektleiter Günter Niermann vom Generationen-Treff Enger und Manuela Schock vom Haus Stephanus sind stolz darauf, Unterstützer aus Bundes-, Landes- und Regionalpolitik an ihrer Seite zu haben. „Um ein solches Ereignis zu stemmen, müssen Sie die kommunale Verwaltungsspitze und den Landrat für Ihre Idee gewinnen.“ Und das erreicht man, laut Niermann, durch persönliche Kontakte und Hartnäckigkeit. Doch der größte Erfolgsfaktor ist und bleibt das Engagement der Bürgerinnen und Bürger. „Was unser Projekt ausmacht: Es ist nicht von oben zu den Menschen herunter gekommen. Die Bürgerinnen und Bürger haben selbst gesagt: Wir wollen etwas bewegen!“  

Auch die Idee zum Move for Dementia ist so entstanden. Zwei Betroffene und deren pflegende Angehörige sind auf die Alzheimer Beratungsstelle Enger zugekommen mit dem Einfall, einen bunten Tag für mehr Bewusstmachung für das Thema Demenz in unserer Gesellschaft auszurichten. „Wir sind der Auffassung, dass es mehrere Tage im Jahr bedarf, um dieses Thema aufrecht zu erhalten, nicht nur den Welt-Alzheimer-Tag“, erinnert sich Niermann. Dass sich daraus ein so großes Event entwickeln würde, das war damals nicht abzusehen.

2012 wurde der Generationentreff Enger in Brüssel von der European Foundations Initative on Dementia (EFID) ausgezeichnet. Das ist nicht nur eine tolle Wertschätzung, sondern hat auch neue Verbindungen und Vernetzungen zu anderen Kommunen wachsen lassen. So konnte der Move for Dementia seine Bekanntheit steigern und weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter mobilisieren. Manuela Schock und Günter Niermann konnten in der Zwischenzeit Franz Müntefering dauerhaft als Schirmherr und Botschafter gewinnen. In diesem Jahr steht der Move for Dementia in Kreis Herford unter dem Motto „Ja, wir sind mit dem Radl da.“ Am 01. September 2019 macht sich der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) mit Interessierten und Engagierten auf ihren Fahrrädern auf den Weg auf den Rathausplatz Hiddenhausen.

Der Move for Dementia ist trägerunabhängig, spricht Betroffene, Angehörige und Interessierte gleichermaßen an. Kommunen, Netzwerke und Vereine, die mitmachen wollen, sind herzlich eingeladen. Wer selbst etwas auf die Beine stellen will, erfährt von der Alzheimer-Beratungsstelle Enger die erforderliche Unterstützung, ganz egal ob es sich um eine kleine Aktion handelt oder um ein umfangreiches Stadtfest, wie in Hiddenhausen, ganz nach dem Motto: Wer sich bewegt, bewegt auch was.

Initiator
Alzheimer Beratungsstelle Enger/ Generationen Treff Enger

Kontakt
Günter Niermann, Telefon: 05224 - 937563, E-Mail: gniermann@vmah.de

Schirmherr und Botschafter
Franz Müntefering (Vorsitzender der BAGSO e.V.)

Auszeichnung
European Foundations Initative on Dementia (EFID)

Netzwerkpartner

Projektstart 2016

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