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Praxisbeispiel
Demenz als Gemeinschaftsaufgabe

Die rheinland-pfälzische Stadt Kirchen an der Sieg hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen mit Demenz ins Gemeindeleben zu integrieren. Dass dies gelingt, ist nicht zuletzt einem engen Netzwerk zahlreicher Akteure zu verdanken, das in der Stadt mit ihren etwa 8.500 Einwohnerinnen und Einwohnern immer wieder auf das Thema aufmerksam macht.

„Das Netzwerk begann 2013 mit der Aktionswoche ‚Den Weg gemeinsam gehen‘“, erzählt der Krankenpfleger und Sozialarbeiter Franz-Josef Heer. Der 68-Jährige ist seit vielen Jahren an Aktionen zum Thema Demenz maßgeblich beteiligt und setzt sein ehrenamtliches Engagement auch im Ruhestand fort. Als Lokale Allianz für Menschen mit Demenz Kirchen (Sieg) intensivierte das Netzwerk seine Aktivitäten ab 2016.

Neben fachlichen Veranstaltungen mit bekannten Gästen wie Prof. Reimer Gronemeyer sorgten vor allem kreative Aktionen für Aufmerksamkeit: „Wir haben als erste Gemeinde einen Demenzparcours eingeführt. Das sind Kisten mit Spiegeln, da kann man an verschiedenen Stationen selbst ausprobieren, wie sich Demenz anfühlt“, berichtet Heer. Auch der Einsatz von Geronto-Clowns am DRK-Krankenhaus und Musiknachmittage für Demenzkranke im Heimatmuseum erwiesen sich als sehr erfolgreich. „Das waren unendlich vielfältige Geschichten, die dazu geführt haben, dass andere Kommunen uns mittlerweile anfragen und wissen wollen, wie das geht, weil sie das gerne auch machen würden – da sind wir sehr stolz darauf!“

Für Franz-Josef Heer ist entscheidend, das Thema Demenz auf der Gemeinschaftsebene zu behandeln: „Das ist nicht in erster Linie eine Krankheit, die als Krankheit behandelt werden muss, sondern es ist eine gemeinschaftliche Aufgabe, die Menschen aus der Isolation zu holen, denn dann tun sich alle leichter damit.“ In Kirchen sei dies inzwischen gelungen, so seine Einschätzung, und deshalb werde auch das Netzwerk immer größer und stärker. Seitens der Kommunalpolitik wird das Projekt ebenfalls sehr positiv unterstützt, insbesondere auch wegen der Finanzierung ist dies wichtig. Mit Michaela Sandweg hat die Stadt Kirchen zudem eine engagierte Mitarbeiterin gewinnen können, die gemeinsam mit Heer einiges auf die Beine stellt. Gerade arbeitet Sandweg unter anderem an einem Konzept zur Errichtung einer Demenz-WG, die im Stadtkern von Kirchen gebaut werden soll.

Träger
Stadt Kirchen (Sieg), Lindenstraße 7, 57548 Kirchen

Kontakt
Michaela Sandweg, Telefon: 02741 – 688-605, E-Mail: m.sandweg@kirchen-sieg.de

Netzwerkpartner

Projektstart 2013

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