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Praxisbeispiel | Entlastung von Angehörigen
Demenz-Netzwerk in Bremen Borgfeld und Horn-Lehe

Bestmögliche Beratung und Vernetzung für Angehörige

„Die Menschen, die uns nach Rat fragen, sollen das Gefühl bekommen: Ich wurde gehört – es kümmert sich jemand um mich und hilft mir in meiner Situation. Wir wollen die beste Lösung für die Menschen finden – für Menschen mit Demenz und für ihre Angehörigen“, sagt Ute Büge. Sie ist Leiterin im Stiftungsdorf Borgfeld der Bremer Heimstiftung und Mit-Initiatorin der Lokalen Allianz für Menschen mit Demenz in Bremen Borgfeld und Horn-Lehe.

In dem Netzwerk hat sich die Bremer Heimstiftung 2013 unter anderem mit Beratungsstellen, Kliniken, Vertretern der Ortsteile und des Landes Bremen sowie engagierten Bürgerinnen und Bürgern zusammengeschlossen. Ihr gemeinsames Ziel: das Leben für Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen in den Stadtteilen zu verbessern.

Einmal im Jahr, immer um den Welt-Alzheimertag am 21. September herum, organisiert das Netzwerk eine Veranstaltung zu einem speziellen Thema. So erklärte 2019 ein Mitarbeiter des Netzwerkpartners Johanniter Unfallhilfe, wie digitale Assistenzsysteme für Seniorinnen und Senioren und Menschen mit Demenz funktionieren. Auf diesen Veranstaltungen bekommen Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen nicht nur Tipps von Expertinnen und Experten. Sie können sich auch mit anderen Menschen austauschen, die in der gleichen Situation sind wie sie. „Sie können ihre Not schildern und sie merken: Ich bin nicht allein“, sagt Ute Büge. „Das hilft oft schon sehr.“

Dieses Jahr fiel die Veranstaltung wegen der Pandemie aus. Doch im nächsten Frühjahr wollen die Partner – wenn die Lage es zulässt – anfangen, für den Herbst 2021 zu planen.

Das Netzwerk hat außerdem den Stadtteilführer "Angebote für Menschen mit Demenz und Angehörige" veröffentlicht. Die Broschüre beschreibt, wo Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen in Borgfeld und Horn-Lehe Hilfe finden – beispielsweise bei der Organisation des Alltags und bei der Betreuung. Sie listet Initiativen auf, die den Austausch und Begegnung mit anderen Betroffenen und ihren Angehörigen ermöglichen, und nennt Kulturangebote.

Ein wichtiger Teil der Netzwerkarbeit ist die Initiative „Aktiv mit Demenz“, die bereits 2009 vom Bremer Sparer-Dank, der Stiftung der Sparkasse in Bremen, und der Bremer Heimstiftung gegründet wurde. Unter dem Motto „Lebensfreude ist unvergesslich“ setzt sich die Initiative für die aktive gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen ein. Das halbjährlich erscheinende Programm „Werkstattangebote“ enthält vielfältige Veranstaltungen, die informieren und Wissen vermitteln oder auch Entlastung und kulturelle Teilhabe ermöglichen. Die Veranstaltungen und Kurse stehen allen Bremer Bürgerinnen und Bürgern mit Demenz, ihren Angehörigen und Begleitpersonen offen.

Das Netzwerk Lokale Allianz für Bremen Borgfeld und Horn-Lehe wurde von 2013 bis 2015 im Rahmen des Bundesmodellprogramms "Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz" gefördert. Seit Projektende tragen die Netzwerkpartnerinnen und -partner die Aktivitäten selber. So stellen die Bremer Heimstiftung und die anderen Netzwerkpartner beispielsweise Räume für Veranstaltungen zur Verfügung. Außerdem geben alle Partner personelle Ressourcen mit ins Netzwerk.

Die Netzwerkarbeit hilft Ute Büge auch bei ihrer täglichen Arbeit im Stiftungsdorf Borgfeld. „Durch das Netzwerk haben sich alle Partner viel besser kennen gelernt“, sagt sie. „Wenn mich nun Menschen mit Demenz oder Angehörige nach Rat und Unterstützung fragen, kann ich noch konkreter sagen, bei welcher Einrichtung, welcher Beratungsstelle oder welchem Begleitdienst sie in ihrer aktuellen Situation am besten aufgehoben sind.“ 

Träger
Bremer Heimstiftung
Marcusallee 39
28359 Bremen

Kontakt
Ute Büge | Leiterin Stiftungsdorf Borgfeld der Bremer Heimstiftung
Telefon: 0421-69624694
E-Mail: Ute.Buege@bremer-heimstiftung.de

Netzwerk

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