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Praxisbeispiel | Demenzfreundliche Kommune
Falkenseer Allianz für Menschen mit Demenz

Menschen mit Demenz als Partner im Netzwerk

„Nur Menschen mit Demenz wissen, wie die Krankheit sich anfühlt“ sagt Thorleif Hanert-Goldstein. Er hat die Selbsthilfegruppe für Menschen mit Demenz von Menschen mit Demenz gegründet, und er ist Partner in der Falkenseer Allianz für Menschen mit Demenz.

Dass Menschen mit Demenz im Netzwerk für sich selbst sprechen, ist den Akteurinnen und Akteuren in der Falkenseer Allianz sehr wichtig. Im Netzwerk sind Selbstvertreterinnen und -vertreter sowie Selbsthilfegruppen organisiert. „Das zeichnet unser Netzwerk aus“, sagt Netzwerkkoordinatorin Else Schmidt. „Menschen mit Demenz sollen mit entscheiden über Angebote und Aktivitäten.“ Neben ihrem Job als Koordinatorin leitet die Sozialpädagogin die Kontaktstelle „Demenz – Hilfe zur Selbsthilfe“ beim Arbeiter-Samariter-Bund Falkensee. Die Kontaktstelle ist Netzwerkpartnerin. Sie gab 2014 den Anstoß, die Falkenseer Allianz für Menschen mit Demenz zu gründen. 

Von 2014 bis 2018 erhielt das Netzwerk Geld aus dem Bundesprogramm Lokale Allianzen. Seit 2019 wird es als regionales Netzwerk mit Mitteln der Pflegekassen gefördert.

Ziel der Falkenseer Allianz ist die demenzfreundliche Kommune. Menschen mit Demenz sollen selbstverständlich am Leben in Falkensee teilhaben können. „Wir schauen immer wieder: Was können wir tun, um das Leben für Menschen mit Demenz in der Kommune noch besser zu machen?“, sagt Else Schmidt. „Dafür entwickeln wir Angebote, bei denen Menschen mit und ohne Demenz, Angehörige und ehrenamtlich Aktive gemeinsam etwas Schönes erleben und auf Augenhöhe miteinander in Kontakt kommen.“ Die Netzwerkpartner organisieren Tanzcafés, Ausflüge in die Region oder Ausstellungen. 

Ein wichtiger Baustein der Öffentlichkeitsarbeit ist die Internetseite des Netzwerks: Hier finden Interessierte auf einen Blick aktuelle Veranstaltungen für Menschen mit Demenz und Angehörige in Falkensee. Zahlreiche Erfahrungsberichte und themenspezifische Texte – geschrieben von Menschen aus dem Netzwerk – bietet die Rubrik „Wissenswertes“. Diese Texte stehen Interessierten zusätzlich in Einfacher Sprache zur Verfügung. Durch ihren Internetauftritt gelingt es der Falkenseer Allianz, Betroffenen eine virtuelle und zugleich lokal relevante Anlaufstelle anzubieten.

Nicht zuletzt gibt das Netzwerk auch konkrete Unterstützung vor Ort: mit Selbsthilfegruppen, Angehörigentreffen oder Schulungen für Angehörige. Bei der Kontaktstelle Demenz berät Else Schmidt mittlerweile auch per Online-Videokonferenz.

Die Netzwerkpartner treffen sich alle drei Monate. Sie berichten von ihren Aktivitäten und planen neue Angebote. Vom Selbstvertreter Thorleif Hanert-Goldstein kommt die Idee einer Kontaktbörse: Schmidt als Leiterin der Kontaktstelle Demenz könne Eins-zu-Eins-Kontakte zwischen Menschen vermitteln, von denen sie glaube, dass sie auf einer Wellenlänge seien. Dann würden Menschen mit Demenz und Angehörige offener über das sehr private Thema sprechen – darüber, wie das Leben mit Demenz sich anfühlt. 

Träger
Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Falkensee

Kontakt
Else Schmidt
Telefon: 03322-284437
E-Mail: else.schmidt@asb-falkensee.org

Förderzeitraum Lokale Allianzen
2014-2018

Netzwerk

  • ASB-Mehrgenerationenhaus
  • ASB-Projekt „Fahrtwind schenken“
  • ASB-Tagespflege Falkensee
  • Beirat für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung
  • Diakonieverein im Kirchenkreis Falkensee
  • Gemeinschaftswerk Wohnen und Pflege
  • Havelland Kliniken
  • Katharinenhof Mobil in Falkenhöh
  • Kontaktstelle Demenz
  • Kontakt- und Beratungsstelle für Menschen mit Demenz
  • Landesverband Fibromyalgie Verein Berlin-Brandenburg
  • Lokales Bündnis für Familie Falkensee
  • Pflegestützpunkt Havelland
  • Selbsthilfegruppe Kommunikation ohne Barrieren Havelland
  • Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter, Ehrenamtliche, Angehörige
  • Seniorenbeirat Falkensee
  • Stadt Falkensee
  • Wohnraumberatung Diakonisches Werk
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