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Praxisbeispiel | Digitale Teilhabe
Kultur- und Erzählcafé Pusteblume

Mit Virtual-Reality-Brillen auf Erinnerungsreise gehen

Für zehn Minuten an die Ostsee oder nach Paris reisen, im Sessel sitzend den Tierpark besuchen oder die Heimatstadt so erleben, wie sie in den 20er Jahren aussah: Für Besucherinnen und Besucher im Kultur- und Erzählcafé Pusteblume in Erkner ist das möglich.

Die Gesellschaft für Arbeit und Soziales (GefAS) hat das Café im Frühjahr 2021 in ihrem Mehrgenerationenhaus in Erkner eröffnet. Menschen mit und ohne Demenz treffen sich hier dienstags von 10 bis 12 Uhr, essen und trinken gemeinsam, basteln, spielen Gesellschaftsspiele oder machen Musik. Angehörige können sich im Haus beraten lassen, Fragen zu Anträgen oder Unterstützungsangeboten stellen.

Das Besondere am Kulturcafé Pusteblume: Besucherinnen und Besucher können aus 40 Virtual-Reality-Filmen auswählen und sie auf einer VR-Brille in einer gemütlichen Ecke des Cafés anschauen. Die 360-Grad-Filme zeigen Besuche im Zoo oder im Museum, Sonnenuntergänge, Bootsfahrten oder Spaziergänge durch Städte weltweit. Ein darauf spezialisiertes Unternehmen hat die Filme für Menschen mit Pflegebedarf gedreht. „Mit den virtuellen Reisen zu Erinnerungsorten oder Traumorten haben wir ein bis dahin neuartiges Projekt in Brandenburg geschaffen“, sagt Projektleiterin Noris Bergeler von der GefAS. Die Filme können bei Menschen mit Demenz positive Erinnerungen wachrufen. Mitarbeitende im Café begleiten die Menschen beim Schauen und sprechen mit ihnen über das Erlebte, wenn sie das möchten. Vorher finden die Mitarbeitenden in Biografie-Gesprächen heraus: Was könnte den Menschen aktivieren und berühren? Sie stellen Fragen wie: „Waren Sie gern am Meer? Wollten Sie schon immer mal nach Paris?“ Die Filme suchen sie entsprechend aus. 

Die Idee zum Kulturcafé und zum Einsatz der VR-Brillen hatten Noris Bergeler und ihre Kolleginnen und Kollegen während der Lockdowns in der Pandemie. Sie wollten Angebote schaffen gegen die Einsamkeit von Menschen mit Demenz und um Angehörige zu unterstützen. Die Stadt habe die Idee sofort mitgetragen, erzählt Frau Bergeler. Gemeinsam mit weiteren Netzwerkpartnern aus dem Bereich Kultur und Wohnen bewarb sich die GefAS erfolgreich um die Förderung als Lokale Allianz.

Die GefAS-Mitarbeitenden setzen die VR-Brillen auch bei Netzwerkpartnern vor Ort ein: Einmal in der Woche besucht Noris Bergeler den Seniorenwohnpark in Erkner. Dort begleitet sie Menschen mit leichter Demenz und schaut mit ihnen Filme, wenn gewünscht.

„Das, was wir erreichen wollten, hat geklappt: Menschen mit Demenz aus der Isolation holen und insgesamt viele Menschen in Erkner erreichen“, sagt Noris Bergeler. Sie freut sich auch über den engen Kontakt zwischen den Café-Gästen: „Wir sind eine richtige Familie geworden.“

Träger
Gesellschaft für Arbeit und Soziales (GefAS) 

Kontakt
Carsten Rowald
Gesellschaft für Arbeit und Soziales (GefAS)
Fichtenauer Weg 53
15537 Erkner
Telefon: 03362-500812
E-Mail: demenz@gefas-ev.de
E-Mail: cafe.pusteblume@gmail.com

Förderzeitraum Lokale Allianzen
2021-2023
 

Netzwerk

  • Stadt Erkner
  • Seniorenbeirat Erkner
  • Interessengemeinschaft Bahnhofsiedlung
  • Verein 425 Kultur Erkner
  • Seniorenwohnpark Erkner
Ein älterer Mann sitzt auf dem Sofa. Er trägt eine Virtual-Reality-Brille Eine ältere Frau und ein älterer Mann sitzen in einer Sitzgruppe und tragen Virtual-Reality-Brillen Eine Gruppe älterer Menschen sitzt an einem Tisch. Der Raum ist für Helloween dekoriert.
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