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Praxisbeispiel | Wohnen
Wohngemeinschaften? Nicht nur etwas für Studierende

Wenn ein Angehöriger an Demenz erkrankt und pflegebedürftigt wird, kommen viele Familien an den Punkt, an dem eine ausreichende Versorgung im häuslichen Umfeld trotz Pflegedienst nicht mehr leistbar ist. Statt die Verantwortung für die Pflege Angehöriger einem Pflegeheim zu übertragen, bietet die gemeinnützige GmbH Wohnkonzepte Schneider einen anderen Weg. Seit 2007 können in Köln Betroffene in selbstverantwortete Demenz-Wohngemeinschaften ziehen. Hier erfahren sie eine 24-Stunden-Betreuung und werden so versorgt, wie es die Angehörigen organisieren.

Das Besondere an den Wohngemeinschaften des Kölner Modells ist deren rechtliche Form. Die acht bis zehn Bewohnerinnen und Bewohner sind über eine GbR als Mietergemeinschaft organisiert, vertreten durch Angehörige oder Wahlverwandte. Damit steht die Gemeinschaft im Mittelpunkt und agiert trägerunabhängig. Sie verantwortet alle finanziellen und organsatorischen Belange selbst. Die Gemeinschaft mietet eine geeignete Wohnung an, verwaltet Ihre Finanzen, entscheidet über Neuaufnahmen, wählt gemeinsam einen ambulanten Betreuungs- und Pflegeanbieter und beschließt die Ausgaben für Haushalt und gemeinsame Freizeitgestaltung. Die Mitarbeitenden von Wohnkonzepte Schneider stehen beratend und unterstützend zur Seite und begleiten die Gemeinschaft in rechtlichen und organisatorischen Angelegenheiten.

Durch die Förderung der Lokalen Allianzen konnte die Vernetzung der bestehenden Wohngemeinschaften untereinander aufgebaut werden. Dieser Erfahrungsautausch wird von den Angehörigen als große Bereicherung wahrgenommen. Wenn beispielsweise eine Wohngemeinschaft neue Wege beschreitet, um den Haushalt zu organisieren, können andere von diesen Erfahrungen profitieren. Ein Handbuch, in dem die Erfahrungen der WG-Arbeit zu Standards und Handreichungen zusammengetragen wurden, konnte in der Förderphase erstellt werden.

Auch die Weitergabe von Wissen ist ein wichtiges Thema. Zu diesem Zweck wurde der Verein „Gemeinsam leben mit Demenz“ gegründet. Er veranstaltet Schulungen für Angehörige und Ehrenamtliche zum Thema Demenz, Pflege, Vorsorge und Sterben. Er bietet neben kulturellen Veranstaltungen für Bewohnerinnen und Bewohner der Wohngemeinschaften auch Schulungen für Angehörige, Mitarbeitende und Ehrenamtliche in den beteiligten Wohngemeinschaften zu Themen rund um Demenz und Pflege im Alter an. Aufgrund der großen Nachfrage nach Wohnplätzen muss darüber nachgedacht werden, wie sich das Kölner Modell erweitern lässt. Möglicherweise kann die Netzwerkarbeit künftig auch hierbei gute Dienste leisten.   

Träger
Wohnkonzepte Schneider gemeinnützige GmbH, Prämonstratenserstrasse 53, 51069 Köln

Kontakt
Monika Schneider, Telefon: 0221/ 27097 32, E-Mail: info@wohnkonzepte-schneider.de

Netzwerkpartner
Gemeinsam Leben mit Demenz e.V.

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